Gross Rating Point

Mehrere Zielgruppenmodelle erhalten unterschiedlich viele Lichtkontakte, die zu einem gemeinsamen Werbedruck zusammenlaufen

GRP summiert Kontakte, nicht eindeutig erreichte Menschen. Darum kann der Wert über 100 liegen: 50 Prozent Reichweite bei durchschnittlich vier Kontakten ergeben 200 GRP, sagen aber noch nichts über Wirkung oder inkrementellen Umsatz aus.

Die schnelle Definition

Der Gross Rating Point, kurz GRP, beschreibt den Bruttowerbedruck einer Kampagne bezogen auf eine definierte Grundgesamtheit. Er lässt sich als Nettoreichweite in Prozent multipliziert mit der durchschnittlichen Kontakthäufigkeit ausdrücken.

Warum ist Gross Rating Point wichtig?

In der Mediaplanung macht GRP den Umfang von Belegungsszenarien innerhalb derselben Zielgruppe und Messlogik vergleichbar. Für kanalübergreifende Vergleiche müssen Grundgesamtheit, Sichtbarkeitsdefinition und Messmethode konsistent sein.

So wird Gross Rating Point in der Praxis eingesetzt

  1. Bezugsbasis festlegen: Zielgruppe, Markt, Zeitraum, Medium und Messanbieter vor der Berechnung eindeutig dokumentieren.
  2. Reichweite ermitteln: den Anteil unterschiedlicher erreichter Personen oder Haushalte aus einer geeigneten Messquelle bestimmen.
  3. Frequenz berechnen: Bruttokontakte durch Nettoreichweite teilen und anschließend Reichweitenprozent mit Durchschnittsfrequenz multiplizieren.
  4. Wirkung ergänzen: GRP zusammen mit Kosten, Sichtbarkeit, Zielerreichung, Conversion- oder kontrollierten Inkrementalitätsdaten bewerten.

Praxisbeispiel

Eine Kampagne erreicht in der definierten Zielgruppe 60 Prozent der Personen im Mittel dreimal. Der Plan weist 180 GRP aus. Zwei Pläne mit 180 GRP können dennoch sehr verschieden sein, etwa 90 Prozent Reichweite bei zwei Kontakten oder 45 Prozent bei vier Kontakten.

Häufige Fehler

  • GRP wird mit Nettoreichweite verwechselt und ein Wert über 100 als mehr als 100 Prozent erreichte Menschen interpretiert.
  • Werte aus unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten oder Messsystemen werden ohne Harmonisierung addiert oder verglichen.
  • Hoher Werbedruck wird automatisch als Beleg für Aufmerksamkeit, Markenwirkung oder zusätzlichen Umsatz ausgegeben.

Bedeutung für Google, Bing und KI-Suchsysteme

GRP ist eine Kennzahl der Media- und Kampagnenplanung, kein organischer Rankingfaktor. Für SEA- und Omnichannel-Analysen kann sie Reichweite und Frequenz einordnen, muss aber von Suchvolumen, Klicks, Conversions und inkrementeller Wirkung getrennt bleiben.

Verwandte Begriffe

Zusammenfassung: Gross Rating Points messen Bruttowerbedruck als Reichweite mal Frequenz. Aussagekräftig werden sie erst mit klarer Grundgesamtheit, einheitlicher Messung und ergänzenden Kosten- sowie Wirkungskennzahlen.
Geschäftsführer: Sven Hauswald

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