Was ist die Consideration Stage in der Customer Journey?

Drei Lösungswege treffen an einem Prüfplatz mit Waage und Lupe zusammen, bevor eine fundierte Auswahl getroffen wird

Das Phasenmodell ist eine Orientierung und kein universell messbarer Zustand. Reale Entscheidungswege verlaufen nicht linear: Interessenten springen zwischen Recherche, Vergleich und Rückfragen, beziehen weitere Personen ein oder brechen ab. Die Phase sollte deshalb aus beobachtbaren Informationsbedürfnissen statt nur aus einem Seitenaufruf abgeleitet werden.

Die schnelle Definition

Die Consideration Stage ist die Phase einer Customer Journey, in der eine Person ihr Problem bereits erkannt hat und ernsthaft unterschiedliche Lösungswege, Anbieter oder Produkte prüft. Sie sammelt belastbare Informationen, grenzt Anforderungen ein und vergleicht Alternativen, ist aber noch nicht zwingend zu einer Kaufentscheidung bereit.

Warum ist Consideration Stage wichtig?

Wer die Consideration Stage versteht, kann Inhalte nach echten Auswahlfragen strukturieren. Hilfreich sind nachvollziehbare Kriterien, Unterschiede, Grenzen, Kosten, Abläufe, Beispiele und Belege. Reine Werbeversprechen oder künstlich verknappte Entscheidungen helfen Nutzern in dieser Phase kaum.

So wird Consideration Stage in der Praxis eingesetzt

  1. Entscheidungssituation erforschen: Interviews, Suchanfragen, Vertriebsfragen und Supportdaten nach Problemen, Alternativen und Unsicherheiten auswerten.
  2. Kriterien sichtbar machen: Voraussetzungen, Leistungsumfang, Grenzen, Aufwand, Kostenlogik und passende Einsatzfälle transparent erklären.
  3. Belege bereitstellen: Fallstudien, Demonstrationen, Referenzen, Methodik und nachvollziehbare Vergleichsdaten an der jeweiligen Aussage platzieren.
  4. Nächsten Schritt erleichtern: Beratung, Test, Checkliste oder vertiefende Fachseite passend zur Entscheidung anbieten, ohne eine sofortige Bestellung zu erzwingen.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen weiß, dass organische Sichtbarkeit fehlt, vergleicht aber noch interne Umsetzung, Freelancer und Agentur. Es sucht nach Leistungsumfang, Kosten, Zeitbedarf, Referenzen und Zusammenarbeit. Eine Seite, die diese Unterschiede mit Voraussetzungen und konkretem Ablauf erklärt, beantwortet die Consideration-Fragen besser als eine allgemeine Behauptung wie „Wir sind die Besten“.

Häufige Fehler

  • Jeder Besucher einer Leistungsseite wird automatisch der Consideration Stage zugeordnet, obwohl Anlass, Vorwissen und Kaufbereitschaft unbekannt sind.
  • Vergleichsinhalte stellen nur den eigenen Anbieter positiv dar und verschweigen Grenzen, Alternativen oder ungeeignete Einsatzfälle.
  • Die Phase wird als lineare Stufe behandelt; wiederholte Recherche, mehrere Beteiligte und Rücksprünge in der Journey bleiben unberücksichtigt.

Bedeutung für Google, Bing und KI-Suchsysteme

Suchanfragen in der Consideration Stage enthalten oft Vergleiche, Erfahrungen, Kosten, Anforderungen oder konkrete Lösungswege. Eine Seite sollte diese Aufgabe vollständig und nachprüfbar beantworten. Das Journey-Modell selbst ist kein Rankingfaktor; hilfreich sind die tatsächliche Relevanz, klare Struktur und belastbare Inhalte.

Verwandte Begriffe

Zusammenfassung: In der Consideration Stage prüfen Menschen Lösungswege und Anbieter anhand konkreter Auswahlfragen. Das Modell ist nicht streng linear. Gute Inhalte erklären Kriterien, Unterschiede, Grenzen und Belege und ermöglichen einen passenden nächsten Schritt ohne unnötigen Entscheidungsdruck.
Geschäftsführer: Sven Hauswald

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